GESCHICHTE

tcc1kl__1479988683.jpgEines nachts ging in Techentin im Garten hinter der Tischlerei Klug eine Rakete nieder. Sie war abgefeuert aus der Nähe des kaspischen Meeres und enthielt die Aufforderung des aus Innerasien heraneilenden Prinzen Karneval, der sich am 11.11. auf den Weg gemacht hatte in diese kleine Gemeinde. Um an den Tagen des ersten Techentiner Karnevals am 8. und 9. Februar 1958 einen prächtigen Empfang zu bereiten.
Der in der Wüstenei Gobi lebende Prinz Hermann I. wurde nach langen Nachforschungen bei einem feuchtfröhlichen Liederabend beim Narrenwirt Prill (Gastwirtschaft Prill), nach Einsicht in die ältesten Narrendokumente aus den Staatsarchiven der Welt, als letzter Spross des Regentengeschlechts aus dem verschollenen Narrengroßreich Techentin entdeckt. Als ihm bekannt wurde, dass dieses ruhmreiche Reich der Narren neugegründet werden sollte, folgte er den karnevalistischen Ruf der Techentiner. Im Dorf war nun "was los", alle Hände begannen sich zu regen, um die Ankunft des Prinzen majestätisch und festlich zu gestalten.
In den Back- und Schneiderstuben, in der Tischlerei, in der Schmiede und in der Mühle wurde man kreativ, in den Gastwirtschaften wurde vorgetrunken, die Betten und Kochtöpfe wurden inspiziert. Älteste Jungfrauen wurden begierig, Opa und Oma zeigten Unternehmergeist, und die 17jährigen Mädels hatten schlaflose Nächte. Ein Ministerrat konstituierte sich, eine Prinzen -und Jugendgarde wurde aufgestellt, und die schönsten Jungfrauen wurden flottgemacht, um den Prinzenachtunggebietend und mit Freude zu empfangen.

Es war endlich so weit: Punkt 12 Uhr 44 Minuten überquerte der sehnsüchtig erwartete Narrensonderzug, über Ludwigslust tcc2kl__1479988757.jpgkommend, die "Straße der weißen Mäuse" und schob sich langsam in eine unüberschaubare Menge von Jecken und Narren hinein. Von tosendem Jubel begleitet, stieg Prinz Hermann mit seiner bis dahin geheimgehaltenen, lieblichen Prinzessin Marianne aus dem Zug. Kleine Mädchen streuten Blumen auf den ausgerollten roten Teppich und der Karnevalpräsident Johann Schuldt begrüßte das erste Prinzenpaar mit majestätischen Hochachtungen. Huldreiche Begrüßungsworte wurden gewechselt und Blumen überreicht. Der Elferrat stellte sich vor und die beide Garden wurden dem Prinzen anvertraut.
In der unüberschaubaren, jubelnden Narrenschar richtete Prinz Hermann I. seine erste Ansprache an alle Närrinnen und Narren und verkündete, dass er gekommen sei, Tage des Glücks und der ausgelassenen Freude zu bringen. Diese frohe Botschaft wurde triumphierend von dem Narrenvolk aufgenommen, denn das Volk dürstet nach Frohsinn und Heiterkeit und wollte sich amüsieren, welches mit dem Schlachtruf "Techentin liebt FFF!"- (FFF - Friede, Freude, Fraulichkeit) tosend bekräftigt wurde. Ein riesiger Schwarm aufflatternder weißer Friedentauben verkündet allen Zaungästen, dass sich der ganze Festzug in Bewegung gesetzt hatte. Mit tiefer Narrenweisheit waren die Festwagen gestalten und in prunkvollen Gewändern schritten die Garden vor dem Schimmelviergespann, in dem Prinz Hermann und seine Lieblichkeit Prinzessin Marianne ihrem närrischen Volk zu winkte. Auf einem Festwagen war eine riesige Kussbombe und auf einem weitern saß eine Bacchantin weinselig auf zwei großen Fässern und prostete den Narren zu. tcc4kl__1479988983.jpgDie närrischen Bauern präsentierten ihre neueste Rinderzüchtung eine Kreuzung zwischen Ziegenbock und Techentiner Wiesenkuh mit dreifachem Euter und einer sensationellen Jahresmilchleistung im Festumzug. Der servile Haferfresser der jeder Regierung gedient hatte, reihte sich in dem Festumzug mit ein. Da vielfach Bestrafungen wegen unkarnevalistischem Verhaltens ausgesprochen werden mussten, drohte der närrische Gefängniswagen zu platzen. Der eigene Narrensender, Funktechniker und Fotografen hatten vollauf zu tun um das Geschehen festzuhalten. Das ganze Dorf war auf den Beinen, alle feierten ausgelassen, sogar die allseits bekannte Schlafmütze von Techentin, der Michel, unter dessen Bett man Räder befestig hatte, war mit von der Partie. Zweieinhalb Stunden zog man stimmungsvoll durch die Straßen Techentins bis zur Bürgermeisterei, wo der eigentliche Festakt, die karnevalistische Trauung des Prinzenpaares vollzogen wurde. So war es in seinerzeit in Techentin, am 11.11. wurde der Prinz karnevalistisch geschieden, um sich in 100 Tagen eine holde Lieblichkeit zu suchen. Diese wurde vom närrischen Dr. Dr. Meyer auf ihre Tugendhaftigkeit untersucht und erst dann wurde die karnevalistische Trauung vollzogen.tcc3kl__1479988896.jpg
Der geschätzte Herold und der Reichsarchivarius Dr. Dr. Kruppa, Kenner zweierlei Rechts, mussten 4 Meter bis zum Hochstand emporklimmen, um die Trauungsurkunden und die Karnevalsdekrete zu verkünden. Nach der Verkündung, der Kussfreiheit war das närrische Volk außer Rand und Band, denn die Devise beim TCC hieß schon damals: Mitmachen, mitsingen, mittrinken, mitschunkeln und küssen! Und dies tat man dann auch ungezwungen zwei Tage in den beiden ortsansässigen Gastwirtschaften. Lose Reden schwangen die Büttenredner und das Zwergfell wurde strapaziert, ebenso die Gaumen, Lippen und die Portemonnaies. In dieser Nacht blieb so manches Bett unberührt, so heißt es in dem Bericht den Hermann Schepler, und so mancher Techentiner Karnevalist kann davon heute noch ein Liedchen singen.
Auch das Prinzenpaar fand nicht das rechte Schlafgemach, sie machten sich auf zu den Liebestannen nach Hornkarten, und verbrachten den Rest der Nacht in einem Strohlager. Diese Unternehmung wurde beobachtet, denn das Prinzenpaar traf erst nachmittags von der Hamburger Chaussee kommend, entlang der Klara Zetkin Straße, vorbei an Meilenstein bei den weißen Mäusen, wieder in Techentin ein und führte sein Strohlager mit sich.
Seither ist es Tradition beim TCC, dass das Prinzenpaar bewacht vom Herold die Nacht von Samstag auf Sonntag vor dem Rosenmontag im Stroh verbringen muss.


Unsere bisherigen Präsidenten des Vereines:


1957- 1988 Karl Heinz Podeyn


1988- 1991 Volker Schlage


1991- 1997 Johannes Schuldt


Seit 1997 Ingrid Röhlcke


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